ProjekteFallstudie

CarCost Germany

Ein Rechner für die echten Kosten eines Autos in Deutschland: bar, Kredit oder Leasing, Dienstwagensteuer, Break-even.

Rolle
Solo · Kostenmodell, UI, DE/EN, Export, PWA
Zeitraum
2026
Stack
TypeScript, React 19, Vite, Tailwind CSS, Recharts, jsPDF, Workbox, Vitest
  • 79Fahrzeug-Vorlagen
  • 3Zahlungsarten: bar, Kredit, Leasing
  • 83automatisierte Tests
  • 2Sprachen

Das Problem

Beim Autokauf ist der Listenpreis die am wenigsten aussagekräftige Zahl. Über ein paar Jahre summieren sich Wertverlust, Sprit oder Strom, Versicherung, Kfz-Steuer, TÜV, Reifen, Parken und Zinsen zu deutlich mehr als dem Unterschied zwischen zwei Preisschildern. Dazu kommt in Deutschland eine Weggabelung: Ein Dienstwagen wird über die 1-%-Regel versteuert, und das kann ändern, welches Auto am günstigsten ist. Ich wollte einen Ort, an dem man mehrere Autos unter denselben Annahmen vergleicht, einschließlich der Frage, wie man sie bezahlt.

Was ich gebaut habe

CarCost Germany ist eine Single-Page-App. Man legt beliebig viele Autos an, aus 79 Vorlagen oder von Hand, und jedes lässt sich bar kaufen, finanzieren oder leasen. Die App zeigt Gesamtkosten, Monatskosten und Kosten pro Kilometer nebeneinander und dazu:

  • ein Break-even-Diagramm, das den Monat findet, in dem die laufenden Kosten eines günstigeren Autos die eines teureren einholen;
  • eine Sensitivitätsanalyse für Spritpreis, Fahrleistung, Zinssatz und Haltedauer;
  • einen Finanzierungsoptimierer für bar gegen Kredit, Laufzeit, Zins und Anzahlung;
  • den CO₂-Ausstoß über die Haltedauer, aus Emissionsfaktoren pro Liter oder kWh;
  • einen Dienstwagenrechner für die 1-%-Regel;
  • Export als PDF, CSV und PNG sowie Links, die den kompletten Vergleich enthalten.

Alles läuft im Browser. Die App lässt sich als PWA installieren, funktioniert offline und holt mit einem eigenen Tankerkönig-Key aktuelle Spritpreise in der Nähe (der mitgelieferte Demo-Key liefert Testdaten). Die Oberfläche gibt es auf Deutsch und Englisch, mit Dark Mode.

Die schwierigen Teile

Ein Maßstab für bar, Kredit und Leasing. Fair vergleichen lassen sich die drei nur, wenn sie dieselbe Frage beantworten: Was hat mich das Auto gekostet, solange ich es hatte? Beim Kredit tilgt die Engine Monat für Monat und zählt nur die Zinsen, die während der Haltedauer anfallen. Wer vor Ende der Laufzeit verkauft, zahlt also keine Zinsen, die nie fällig wurden. Leasing hat keinen Wertverlust; die Kosten sind Sonderzahlung, Monatsrate und Mehrkilometer über dem Limit. Bei gekauften Autos folgt der Wertverlust altersabhängigen Sätzen, 20 % im ersten Jahr bis hinunter zu 3 % bei alten Autos, mit einem Aufschlag ab 150.000 und 200.000 km, es sei denn, man trägt einen eigenen Restwert ein.

Opportunitätskosten, relativ gemessen. Geld, das im Auto steckt, hätte man auch anlegen können. Rechnet man jedem Auto absolute Opportunitätskosten an, trifft das alle und sagt wenig. Deshalb misst die Engine jedes Auto am günstigsten im Vergleich: die höhere Anzahlung, die höhere Monatsrate und die höheren laufenden Kosten, jeweils mit dem gewählten Zins über die Haltedauer verzinst. Gesamtsummen, Jahresaufstellung und Break-even-Diagramm arbeiten mit denselben Zahlen.

Die 1-%-Regel. Beim Dienstwagen ist der monatliche geldwerte Vorteil ein Prozentsatz des Bruttolistenpreises, nicht des tatsächlich bezahlten Preises. Der Rechner arbeitet mit 1 % für Verbrenner, 0,25 % für Elektroautos bis 70.000 € Listenpreis, 0,5 % für teurere E-Autos und Hybride, dazu 0,03 % des Listenpreises pro Kilometer einfacher Strecke zur Arbeit. Versteuert wird dieser Vorteil mit dem persönlichen Grenzsteuersatz. Für Autos, die nach dem 30. Juni 2025 angeschafft wurden, liegt die Grenze für 0,25 % bei 100.000 €; das ist das nächste Update für den Rechner. Der Rechner führt den Listenpreis als eigenes Feld, vorbelegt mit dem Kaufpreis, und stellt die Steuer den laufenden Kosten gegenüber, die der Arbeitgeber übernimmt.

Teilen ohne Backend. Ein Vergleich wird serialisiert, um leere Felder bereinigt und LZ-komprimiert ins URL-Fragment geschrieben, er erreicht also nie einen Server. Ab 2.000 Zeichen warnt die App, dass der Link zu lang wird, und ein eigener Tankerkönig-Key bleibt im Local Storage statt im Link.

Wie es weitergeht

Die Kosten-Engine hat Dutzende Tests; als Nächstes ist die 1-%-Regel dran, die noch in einer React-Komponente steckt. Die Dienstwagenregeln ändern sich in Deutschland häufig, deshalb wandern Prozentsätze und Grenzen in datierte Daten mit eigenen Tests. Außerdem soll das Datenmodell Plug-in-Hybride, die Reichweiten- oder Emissionsgrenzen einhalten (0,5 %), von anderen Hybriden unterscheiden, die es bisher gleich behandelt. Die Wertverlustkurve ist bewusst eine Heuristik, deshalb überschreibt ein bekannter Restwert sie.